Friedrich-Wilhelm Marquardt

marquardtDer deutsche Theologe Friedrich-Wilhelm Marquardt (1928-2002) hat sich für eine Umkehr im Handeln und Sprechen der Kirche wie auch der Theologie eingesetzt. Von den Krisen des ersten und des zweiten Weltkriegs in Europa sollten die Theologen nicht unberührt bleiben. Sie sollten auf die Opfer ihres Denkens hören. Insbesondere sollten sie beim Judentum 'in die Schule' gehen. In den sieben Bänden seiner Dogmatik (1988-1997) hat er das auch getan: er hat auf jüdische Stimmen gehört und versucht, diese Stimmen für das eigene christliche Sprechen fruchtbar zu machen. Auf diesem Website finden sie einige einführende Artikel über sein Leben und seine dogmatische Arbeit. Daneben werden hier einige unveröffentlichte Artikel und Manuskripte von Friedrich-Wilhelm Marquardt publiziert.

Neu erschienen:

Autobiographische Erinnerungen


Lebens- und theologiegeschichtliche Assoziationen (DVD)



DVDMarquardt
Die hier vorgelegten autobiographischen Erinnerungen von Friedrich-Wilhelm Marquardt beruhen auf Transkriptionen von Tonbandmitschnitten autobiographischer Erzählungen, die Marquardt, nachdem er sich im Frühjahr 1994 einer Herzoperation hatte unterziehen müssen und daher im Sommersemester 1994 alle Lehrveranstaltungen hatte ausfallen lassen, ohne Ankündigung im Vorlesungsverzeichnis im Wintersemester 1994/95 jeweils Freitag abends in der Bibliothek des Instituts für Evangelische Theologie an der Freien Universität Berlin in der Dahlemer Ihnestraße 56 vorgetragen hat.

Nach einer einleitenden Erzählung Marquardts „Über den Zusammenhang zwischen Theologie und Biographie am Beispiel der gescheiterten Habilitation 1971“ am 14. Oktober 1994, die leider nicht mitgeschnitten worden ist, kamen an den weiteren Abenden die folgenden biographischen Stationen zur Sprache: Kindheit und Jugend in der Nazizeit (21. Oktober 1994), die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs (28. Oktober 1994), die Freiheit im Jahr 1945 (4. November 1994), die Religion der Nachkriegszeit – und was ihr dazwischen kam (11. November 1994), die Marburger Studienzeit (18. November 1994), die erste Auslandsreise nach Holland im Jahr 1949 (25. November 1994), die Studienzeit an der Kirchlichen Hochschule in Berlin (2. Dezember 1994) und – nach einer Unterbrechung durch die Weihnachtspause – das Studienjahr in Basel, insbesondere die Erinnerung an Karl Barth als Lehrer (13. Januar 1995), das Vikariat in Lindau als „erste Liebe“ (20. Januar 1995) und die Erfahrung des Kalten Kriegs als Studentenpfarrer an der Freien Universität Berlin (3. und 10. Februar 1995).

Im Anhang wird ein Interview zur Thematik der Begegnung mit Juden dokumentiert, das der Herausgeber am 5. Februar 1995 mit Marquardt geführt hat. Es enthält u.a. Erinnerungen an Robert-Raphael Geis, aber auch an Marquardts rechts-zionistischen Freund Jochanan Bloch. Außerdem werden zwei Mitschnitte von Rückblicken Marquardts auf die Entstehung seiner Dogmatik dokumentiert: der Schluß von Marquardts letzter Dogmatik-Vorlesung vom 3. Juli 1995 und der Vortrag „Die Geschichte meiner Dogmatik“ aus dem Colloquium zur Vorlesung vom 4. Juli 1995.

Autobiographische Erinnerungen.
Lebens- und theologiegeschichtliche Assoziationen.
Mitschnitte informeller Erzählungen aus dem Wintersemester 1994/95 an der Freien Universität Berlin.
Hörtext auf Audio-DVD mit Transkription der Tonbandkassetten als PDF
Redigiert und herausgegeben von Andreas Pangritz unter Mitarbeit von Ralf H. Arning
Bonn 2010
ISBN: 978-3-9806216-4-9
Preis: € 20 (Deutschland)

 

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